Freitag, 14. Oktober 2011

Facebook-Revoluzzer

Leute, die sich für ähnliche Themen (und vor allem ähnliche Blogs oder Suppen) wie ich interessieren, haben sicher schon von der "Occupy Wallstreet"-Bewegung in den USA und den weit verbreiteten Protesten gehört. Wie auch die Facebook-Gemeinde, in deren Schoß man sich gemütlich mit anderen zu einer Wohlfühl-Protestbewegung zusammenschließen kann.
Versteht mich nicht falsch, ich unterstütze die amerikanischen Proteste und den dahinter stehenden Gedanken, je nach Gerüst auch die deutschen Ableger, aber diese Facebookseite ist einfach zu gruselig.
Während auf amerikanischen Blogs darüber diskutiert wird, ob die Zusammenkunft vieler vieler Menschen unter dem Label "99%" nicht dazu führt, dass die Wahrnehmung der Nachteile, die viele der Anwesenden in Relation zu anderen Anwesenden erdulden müssen, verwaschen wird, muss man auf der Facebookseite lesen
Wir zeigen uns solidarisch mit den weltweiten 'Occupy' Bewegungen.

Die herrschenden Mächte arbeiten zum Vorteil einiger Weniger und sie ignorieren den Willen der überwiegenden Mehrheit. Diese untragbare Situation muss ein Ende haben.

Vereinigt in einer Stimme werden wir den Politikern, und der Finanzelite, denen sie dienen, sagen, dass es an uns, den Bürgern, ist, über unsere Zukunft zu entscheiden.

Wir sind keine Waren in den Händen der Politiker und Banker !


Wir sind Menschen wie DU und ich.
Wir sind Mütter und Väter.
Wir sind Akademiker und Menschen ohne Bildungsabschluss.
Wir sind Wissenschaftler, Politiker, Studenten, Schüler und Hausfrauen.
Wir sind arm oder wohlhabend ... und einige von uns sind sogar reich.
Wir sind Angestellte, Arbeiter, Selbständige, Arbeitslose oder Arbeitgeber.
Wir sind Deutsche oder aus einem anderen Land.
Wir sind Christen, Moslems, Buddhisten, Philosophen und Atheisten.
Wir sind heterosexuell, bisexuell, homosexuell ...
Wir sind Intellektuelle, Künstler, Musiker, Freaks und Normalos.
Wir sind die 99%.
Excuse me, dear? Ich habe nie großen Wert darauf gelegt, dass Texte gegendert werden (obwohl sich das in letzter Zeit, auch durch mein Studienfach, leicht geändert hat), aber dieser strotzt nur so von Zeichen, dass hier ein weißer, privilegierter Mann an der Tastatur saß.
Fällt irgendjemandem sonst auf, dass fast nur Beschäftigungen höherer Bildung genannt werden, Mehrheiten (Deutsche, Christen, heterosexuelle), die es eindeutig am leichtesten haben in dieser unserer Gesellschaft, auf Grund ihrer privilegierten Stellung, immer zuerst genannt werden, wenn nicht ausschließlich und –was mich wirklich vom Hocker haut– die einzigen der genannten dediziert weiblichen Formen tatsächlich "Mütter" und "Hausfrauen" sind? Jetzt echt?

Ja ja, manche Proteste funktionieren nun einmal erst richtig, wenn es auch den Privilegierten schlecht geht, aber vor allem im Zuge der Botschaft der namensgebenden "Occupy"-Bewegung, ist dieser Aufruf für mich blanker Hohn.
Minderheiten werden unsichtbar gemacht, Gründe erscheinen recht wirr und ungeklärt ("wir" zeigen den Politikern, wo der Hammer hängt, aber "wir" sind gleichzeitig Politiker?! Oder ist das ein exklusiver Relativsatz? Wir zeigen es also nur den Politikern, die auch tatsächlich für "die Finanzelite" arbeiten?).

Nein danke, bei dieser Protestbewegung muss ich wirklich ablehnen.

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